• Überblick zu Haarausfall
    • Alopezie ist ein Krankheitsbild, welches insbesondere bei Männern im Alter von 20 bis 30 Jahren zu finden ist. Bis zu einem gewissen Grad ist der Haarausfall ein natürliches Erscheinungsbild, da die Wachstumsphasen des Haares den Verlust einschließen. Jeder Mensch verliert daher pro Tag bis zu 100 Haare. Oberhalb dieser Schwelle ist der Haarausfall allerdings als krankhaft anzusehen.

      Diese Krankheit ist häufig genetisch bedingt und nicht bedrohlich, führt aber bei vielen Menschen zu seelischen und psychologischen Problemen, da das Selbstbewusstsein strapaziert wird. Neben genetisch bedingtem Haarausfall existieren noch andere Ursachen und Formen des Haarausfalls, welche in der Folge vorgestellt werden sollen. Im Bereich der ästhetisch-plastischen Chirurgie ist der Ersatz dieser Haare mittels Haartransplantation der am häufigsten durchgeführte Eingriff.

      Heutzutage ist es mithilfe verschiedener Methoden der Haartransplantation möglich, natürlich aussehendes Kopfhaar wiederherzustellen.
  • Ursachen und Formen von Haarausfall
    • Wie bereits zuvor erwähnt, ist Haarausfall häufig genetisch bedingt. Dieser äußert sich anfänglich in Geheimratsecken und setzt sich anschließend progressiv in Richtung Hinterkopf fort. Diese Form des Haarausfalls ist auch unter dem Begriff androgenetischer Haarausfall bekannt und ein typisch männliches Phänomen.

      Darüber hinaus sind insbesondere chronische Erkrankungen, Umwelteinflüsse und Ernährungsstörungen als wichtige Faktoren für den Haarausfall anzuführen. Abhängig von den Einflussfaktoren sind verschiedene Formen von Haarausfall zu unterscheiden.

      Neben dem androgenetisch bedingten Haarausfall mit seiner typischen Verlaufsform (auch als Norwood-Schema bezeichnet) existiert der kreisrunde Haarausfall, welcher dazu führt, dass über den Kopf und Körper verteilt haarlose Areale auftreten. Häufig tritt diese Form des Haarausfalls mit Erkrankungen der Schilddrüse und Allergien ein. Grundsätzlich ist der Verlust des Haares in diesem Fall reversibel.

      Ähnlich steht auch der diffuse Haarausfall im Zusammenhang mit Schilddrüsenerkrankungen und einem Nährstoffmangel. Hier erfolgt eine Haarausdünnung, welche jedoch keine erbliche Dominante aufweist. Insbesondere tritt diese Form der Alopezie in Verbindung mit Chemotherapien auf, beispielsweise bei Tumornachsorgebehandlungen.
  • Methoden der Haartransplantation
    • Bei der Haartransplantation können verschiedene Behandlungsmethoden eingesetzt werden.

      Follicular Unit Transplantation (FUT)
      Bei der Follicular Unit Transplantation (FUT) wird ein Streifen von gesundem Haar entnommen und in Gruppen von ein bis vier Haare unterteilt. Die Größe des entnommenen Hautstreifens ist abhängig von der Anzahl der benötigten Haarfollikel. Einzelne Haargruppen werden an der gewünschten Stelle implantiert. Die Entnahme dieser Gruppen (Grafts) erfolgt mithilfe einer mikroskopischen Sezierung von Hautstreifen (Follicular Unit Extraction). Neben dem natürlichen Aussehen des Transplantats ist von Vorteil, dass die FUT innerhalb einer Sitzung durchgeführt werden kann und nur minimaler Schaden an der Kopfhaut entsteht.

      STRIP-Technik
      Als STRIP wird in der Haartransplantation ein Hautstreifen samt Haarfollikeln bezeichnet. Bei der STRIP-Technik wird ein vergleichsweise langer Streifen aus dem Hinterkopf entnommen. Diese Methode der Haartransplantation wird im Normalfall bei umfangreichen Eigenhaarverpflanzungen eingesetzt und erlaubt eine risikoarme und unkomplizierte Form der Haartransplantation. Die STRIP-Methode wird am Häufigsten eingesetzt. Von Vorteil ist, dass nur eine minimale Narbenbildung auftritt und dass der Eingriff unter lokaler Anästhesie sowie ambulant durchgeführt werden kann.

      Follicular Unit Extraction (FUE)
      Im Gegensatz zur Follicular Unit Transplantation werden bei der FUE-Methode nur einzelne follikulare Einheiten extrahiert. Daher bezeichnet man diese Form der Haartransplantation auch als Einzelhaarentnahme. Die Extraktion der Haarwurzel erfolgt mithilfe einer Mikronadel, wodurch die aufgewendete Zeit und die anfallen Kosten für eine Operation deutlich größer sind. Von Vorteil ist hierbei, dass aufgrund der schonenden Extraktion keine Narben zurückbleiben. Das Einsetzen der follikularen Units erfolgt ebenso wie bei der FUT-Methode.
  • Vorbereitung, Operation und Nachbehandlung
    • In Vorbereitung wird der Bereich, aus welchem die Haarwurzeln entnommen werden, kurz rasiert, woraufhin eine lokale Anästhesie erfolgt.

      Die Operation selbst erfolgt in zwei Schritten. Zunächst werden - abhängig von der Operations-Methode - Hautstreifen mit Haarwurzeln oder einzelne follikulare Einheiten (follicular Units) entnommen. Die Entnahme erfolgt entweder mithilfe eines Skalpells oder einer Mikronadel. Falls sich der Patient für die STRIP-Methode oder Follicular Unit Transplantion entscheidet, wird im Anschluss an die Entnahme eine Sektion der Grafts unter dem Mikroskop durchgeführt. Hierbei kann zwischen Mikro-Grafts mit einer Größe von 0,7 bis 0,9 mm und Mini-Grafts mit einer Größe von 1,0 bis 1,2 mm unterschieden werden.

      Im zweiten Schritt der Operation werden die Grafts in den kahlen Stellen des Kopfes eingesetzt. Hier kann zwischen einem Zugang mittels Bohrer oder per Einschnitt gewählt werden. Anschließend wird der zu transplantierende Graft implantiert. Der Verschluß kann mithilfe von Fäden vernäht werden oder aber auch - wie es aktuell immer häufiger geschieht - mittels eines trichophytischen Verschlusses (Tricophytic-Closure) durchgeführt werden. Hier ist von Vorteil, dass Haare im Nachgang durch die entstehende Narbe wachsen können und die Narbe somit noch unauffälliger ist.
  • Vorteile einer Haartransplantation
      • Möglichkeit für dichteres, natürlich aussehendes Haar
      • Schnelle und risikoarme Behandlung
      • Schonende Entnahme von Haarwurzeln aus dem Hinterkopfbereich
      • Schnelle Heilung mit Wiederherstellung natürlicher Haardichte
  • Risiken einer Haartransplantationen
    • Wie bei allen operativen Verfahren lassen sich auch bei Haartransplantationen Infektionen und andere Operationsrisiken nicht gänzlich ausschließen. Daher ist es sehr wichtig, einen erfahrenen und sorgsamen Arzt aufzusuchen, welcher eine umfassende Beratung durchführt und Experte bei augenärztlichen Eingriffen ist.

      In der Folge einer Operation kann es vereinzelt zu Wundheilungsstörungen oder zu einer verstärkten Narbenbildung kommen. Des Weiteren kann auch eine Abstoßung der implantierten Haarwurzeln vorkommen oder das Gewebe absterben.
  • Kosten einer Haartransplantation
    • Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei Haartransplantationen um kosmetische Eingriffe handelt, werden die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen.

      Die Kosten für eine Haartransplantation in Deutschland liegen abhängig von der Behandlungsmethode zwischen 2.000 und 8.000 Euro. Dieser Preis ist abhängig von der Anzahl der eingesetzten Grafts / Implantate. Hierbei ist ein hohes Maß an Qualität notwendig und dieser Eingriff sollte nur durch einen erfahrenen Arzt durchgeführt werden. Die Follicular Unit Transplantation und die STRIP-Technik sind mit 2,50 - 4,00 Euro pro Graft günstiger als die Follicular Unit Extraction, welche doppelt so teuer sein kann. Die Zusammensetzung der Kosten gliedert sich in folgende Bestandteile:

      • Beratungsgespräche im Vorfeld einer Operation
      • Moderne Klinikeinrichtungen technischer und hygienischer Natur (Bsp.: OP-Saal, Stations-Räume)
      • Chirurg mit Fachrichtung Haartransplantation
      • Entnahme und Präparation der Haarfollikel
      • Implantation der Haarwurzeln
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